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DO1HMB: HI Uwe ich komme nicht mer in den FA Chat rein was ist da los !!
DO1ODR: sorry,ich meinte natürlich unseren Tom DO8AIL
DO1ODR: Gute Besserung an DB0AIL
DC1AQ: Bin ab sofort auch vom Campingplatz im Netz 73 de Rolf
DO6HA: Ein SUPER TOP gelungener 4."Faßberger Bergtag"!!! Dank an alle die sich aktiv beteiligt haben!!! 73 und so Hannes
DO8AIL: Hallo Dennis..deine CD liegt hier sicher bei mir. Na Klar bekommst du ein Exemplar. Lass uns mal bitte telefonieren.
DG4DKF: Bekomme ich auch einen Mitschnitt? :)

Chronik


Amateurfunk-Geschichte

 
Zum 50. Jahrestag OV Faßberg


Der Amateurfunk beginnt...



Portrait Heinrich Hertz
Urheber: Robert Krewaldt, Bonn
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Hertz

Heinrich Hertz, Entdecker der Funkwellen
Die Anfänge der Funktechnik wurden ja bereits auf der Eingangsseite erklärt. Hier noch einmal kurz: 1888 entdeckt Heinrich Hertz die Funktechnik, und sendet elektromagnetische Wellen über kurze Distanz. Erst viele Jahre später, im Jahr 1897, baut Marconi die erste praktische Anwendung für die neue Entdeckung: den drahtlosen Telegraphen. Daraufhin tritt die Funktechnik ihren Siegeszug um die Welt an. Doch zuerst mußte mit einem Irrtum aufgeräumt werden...

Wie alles was neu ist, fand auch die Funktechnik bald Anhänger, die damit experimentieren wollten. Damals handelte es sich um einen kleinen Kreis von Elektrotechnikern und interessierten Laien, die versuchten, auch mit begrenzten Mitteln (es gab ja weder Fertigbauteile noch Versandhandel...) den Errungenschaften der kommerziellen Nutzer nachzueifern. Und tatsächlich gelang es mit beeindruckendem Enthusiasmus bald, eigene kleine Sender zu bauen, und über kürzere Strecken Funkverbindungen herzustellen.

Doch schon bald kam es zu Problemen: Verschiedene Funknutzer kamen sich mit ihren Aussendungen gegenseitig ins Gehege, es gab ja noch keinerlei Regelungen.


...und die Funkamateure bekommen den Schrott...



Portrait Guglielmo Marconi
Urheber: Pack Brothers
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Guglielmo_Marconi

Marconi mit einem der ersten Telegraphensender
Und da bald die kommerziellen Nutzer sich durch die Funkamateure (die damals noch gar nicht so hießen!) bedrängt fühlten, wurden schließlich Gesetze und Vereinbarungen erlassen. Hierbei wurde der damals genutzte Bereich der langen Funkwellen komplett den kommerziellen Nutzern zugeschrieben, und die als Träumer und Laien abgeschriebenen Funkamateure bekamen den kompletten Bereich der kurzen Wellen, der als praktisch wertlos galt. Man ahnte ja nicht, was für einen Fehler man damit beging...



Paul F. Godley 2ZE am Empfänger von 1921
Die Funkamateure setzten sich in den Kopf, auf auf ihren vermeintlich unbrauchbaren Frequenzen interkontinentale Verbindungen herzustellen. Die kommerziellen Nutzer schafften dies bereits, aber mit einem ungeheurem Aufwand auf den langen Wellen. Diese Leistung auf den kurzen Wellen nachzustellen, schien praktisch unmöglich. Und doch gelang das Unglaubliche: Am 11. Dezember 1921 gelang es Paul Godley, 2ZE die ersten Signale einer Station aus Greenwich, Connecticut (USA) zu empfangen. Auch wenn eine Antwort nicht möglich war, war damit der Beweis erbracht, daß die Kurzwelle einen Nutzen hat. Durch Funkamateure!


...oder doch nicht!




Ein früher Röhrensender von 2AG, 1927
Das erstaunliche an diesen Experimenten schien, daß die verwendete Sendeleistung viel geringer war, als die Leistung die die kommerziellen Stationen für die gleichen Entfernungen aufbringen mußten. Entgegen der Meinung von Kommerz und Behörden waren die kurzen Wellen also keineswegs unbrauchbar. Mehr noch: Es zeigte sich, daß im Gegenteil sogar noch kürzere Welle noch besser funktionierten. Ohne die Pionierleistung der Funkamateure wäre dies womöglich noch auf Jahrzehnte hinaus unentdeckt geblieben, wer mag sich vorstellen, wie unsere Welt heute aussehen könnte?



Der Empfänger von NJ2PZ, der von Jamaica aus funkte.
Es verging allerdings noch eine Weile, bis erstmals ein Funkverkehr in beide Richtungen über den Atlantik stattfinden konnte. Am 27. November 1923, also fast zwei Jahre nach den ersten bahnbrechenden Experimenten, fand ein erster Kontakt zwischen zwei amerikanischen und einem französischen Funkamateur statt. Die zwei Stationen befanden sich in Nizza und in Hartford (USA).


Doch nun geschah, was geschehen mußte...




UKW-Sender von 1930, zu sehen im Deutschen Museum, München
Rasch wurde die Industrie auf die von den Funkamateuren entdeckten Möglichkeiten der Kurzwelle aufmerksam. Frei nach dem Motto "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern" wurden die alten Sender für die Langwelle eingemottet, und sich auf den Kurzwellenbändern breitgemacht. Bald kam es dort zu den sattsam bekannten Konflikten, und der Ruf nach einer neuerlichen Regulierung wurde immer größer.

Und so geschah es dann auch: Auf der International Radio Conference der International Telegraph Union (ITU) 1927 wurden die Frequenzbereiche der Kurzwelle zwischen Radiosendern und kommerziellen Nutzern aufgeteilt. Und ausgerechnet für die Funkamateure, denen der Verdienst der Entdeckung der Möglichkeiten der Kurzwelle zusteht, blieben nur einige schmale Frequenzbereiche übrig... Positiver Aspekt der Konferenz blieb nur, daß erstmals der Amateurfunkdienst als Funkdienst anerkannt wurde.

Bereits zwei Jahre zuvor hatte sich die International Amateur Radio Union (IARU) als Interessensvertretung der Funkamateure weltweit gebildet, und auch in Deutschland nahm der Amateurfunk seine Anfänge...


Wie der Amateurfunk in Deutschland loslegte...




Das VOX-Haus in Berlin, Heimat des ersten Rundfunksenders
In Deutschland war die Entwicklung des Amateurfunks - wie auch nicht anders zu erwarten - geprägt von Bürokratie und Problemen. Bereits nach der Inbetriebnahme des ersten Rundfunksenders im Herbst 1923 in Berlin war das Interesse an Empfangstechnik groß. Doch anfangs mußten alle Empfangsgeräte durch die Reichstelegraphen-Verwaltung geprüft und abgenommen sein, was rasch zur Forderung der Freigabe des Selbstbaus führte. Und tatsächlich wurde mit zwei Verfügungen vom März und Mai 1924 versuchsweise der Bau von Empfängern erlaubt. Hierzu mußte allerdings ein Nachweis der Fachkenntnis geführt werden. Diese ersten "Prüfungen" durften aber eigenverantwortlich durch die mittlerweile gebildeten Funk-Vereine abgenommen werden. Hinfällig wurde die Prüfung mit der allgemeinen Freigabe im August 1925.

Bereits ab November 1924 wurden sogar erste Sendegenehmigungen erteilt, an einzelne Funkvereine wie auch Labore und Hochschulen. Die Funkvereine begannen sich zusammenzuschließen, und bildeten im Sommer 1925 den Deutschen Funktechnischen Verband (DFTV), aus dem nur wenig später sich der Deutsche Sendedienst (DSD) entstand. Und auch die Empfangsamateure schlossen sich zusammen...


Turbulente Anfänge...




Das Logo des DASD
Parallel zum DSD wurde auch eine Organisation für die reinen Hörer gebildet, unter dem Namen Deutscher Empfangsdienst (DED). Erst zwei Jahre später, im März 1927 wurden DSD und DED zum Deutschen Amateur-Sende- und Empfangsdienst (DASD) zusammengefasst, dem Vorläufer unseres heutigen DARC.


QSL-Karte eines Schwarzfunkers aus DASD-Tagen
Leider hatte der DASD bald mit einer restriktiven Haltung des Reichspostministeriums zu kämpfen. Es wurden keine neue Lizenzen mehr ausgestellt, weswegen die Schwarzfunkerei bald Alltag in weiten Teilen des DASD wurde, der diese Praxis sogar mit der Ausgabe eigener (nicht abgestimmter) Rufzeichen unterstützte.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gab es sogar Bestrebungen, den DASD aufzulösen. Zum Glück lies man sich von der Bedeutung des Amateurfunks überzeugen, und führte sogar die Neuvergabe von Sendelizenzen ein. Hierzu wurde auch die erste Amateurfunkprüfung eingeführt, was zu immerhin über 300 Lizenzen im Jahr 1934 führte. Leider übernahmen die Nazis auch die Macht im DASD, ersetzten den Vorstand, und erlaubten ab Oktober 1934 nur noch "arische Deutsche" als Mitglieder. Dies war nur ein Vorgeschmack auf was noch folgen sollte...


...der Amateurfunk wird zerschlagen




Datenblatt der Röhre RS291. Diese wurde in einer Standard-Sender-Schaltung des DASD von 1935 verwendet.

Wohl in Vorbereitung auf das spätere Verbot wurden durch die Nationalsozialisten die Gesetze drastisch verschärft, auf die Schwarzfunkerei standen ab 1937 lange Gefängnisstrafen. 1938 wurde nach dem "Beitritt" Österreichs zum dritten Reich auch der Österreichische Versuchssenderverband (OEVSV) dem DASD zugeschlagen. Mit Kriegsbeginn 1939 wurde dann aber der Amateurfunk nicht nur verboten, auch wurden die Geräte beschlagnahmt. Nur wenige, dem Regime genehme Wehrmachtsangehörige konnten noch mit einer Kriegsfunklizenz weitermachen.

Das Gebäude des DASD wurde im Kriegsjahr 1944 vollständig zerstört, doch der durch den Nationalsozialismus stark geprägte DASD kehrte nach Kriegsende sowieso nicht wieder zurück. Die meisten Funkamateure konnten die Zeit des Nazi-Deutschlands relativ unbefleckt überstehen, zu Gute kam ihnen, daß der Amateurfunk stets unpolitisch war, und politische Meinungsäußerungen im Amateurfunk nicht erlaubt.

Es folgten turbulente Nachkriegsjahre und der Neubeginn eines freien Amateurfunks in Deutschland...


Und es geht weiter...




Genehmigung der Allierten zur Gründung eines Funk-Vereines (1947)

Mit dem Ende des Krieges ging die Fernmeldehoheit auf die Allierten über, die prompt jeglichen Sendebetrieb untersagten, und alle Geräte einzogen. Auf Mißachtung standen Strafen bis hin zur Todesstrafe! Da aber die technischen Möglichkeiten zur Ermittelung von Schwarzfunkern nur sehr begrenzt waren, ließen sich viele Wagemutige nicht von neuerlichen Sendeversuchen abhalten, obwohl dies nicht gerade für Wohlwollen seitens der Alliierten sorgte, die dazu gebracht werden sollten, den Amateurfunk wieder zuzulassen.

Im Jahre 1947 entstanden die ersten Amateurfunk-Ortsverbände, zunächst im süddeutschen Raum, später in ganz Deutschland. Die Besatzungsmächte gestatteten nur den Empfang von Sendungen ausländischer Funkamateure in Telegrafie (Morsen) und Telefonie (Sprechfunk). Die Empfangsgeräte der Mitglieder, die sich im Ortsverband einer DE-Prüfung (DE = Deutscher Empfänger, eine Vorprüfung auf die Lizenzprüfung) unterziehen mußten, waren ausschließlich Eigenbaugeräte.

Die Bemühungen um eine neue Gesetzgebung (die u.a. von einer Protestaktion der Funkamateure begleitet war, bei der massenweise Backsteine per Post an den Wirtschaftsrat gesendet wurden!) wurden schließlich im März 1949 mit dem neuen Amateurfunkgesetz belohnt, noch rechtzeitig vor Begründung der Bundesrepublik.

Vom 14. März 1949 an war es dann den Funkfreunden möglich, bei der jeweiligen Oberpostdirektion mündlich und schriftlich den Nachweis zu erbringen, eine Kurzwellen Sende- und Empfangsstation im Sinne des Gesetzes zu betreiben.
Noch im selben Monat konnten bereits 700 neue Lizenzen ausgestellt werden.


Der OV Faßberg wird geboren ...




Gründungsprotokoll OVFaßberg

Auch Celle hatte 1950 einen Ortsverband.
Wegen der schwierigen Verkehrslage lösten sich 7 Funkfreunde aus dem Raum Faßberg vom Ortsverband Celle und gründeten am 5. August 1950 den Ortsverband Faßberg im damaligen Café Rheingold, der erste Vorsitzende wurde Herr Dipl.Ing. Genning.



Eine Besonderheit aus dem Gründungsjahr: So gelang es dem englischen Capt. Morgan, damals Mitglied im OV Faßberg, erstmals eine Funkverbindung Deutschland – Schweden auf dem 2-Meter-Band (144 Megahertz) herzustellen.


Der DARC gründet sich ...


Als neue Organisation der Funkamateure in Deutschland wurde im September 1950 in Bad Homburg der Deutsche Amateur-Radio-Club gegründet,
Die Anzahl der Mitglieder in DL stieg sprunghaft an, ebenso die der Ortsverbände im gesamten Bundesgebiet. Es entstanden Distrikte, welche etwa dem geographischen Bereich einer Oberpostdirektion entsprechen. Zu diesem Zeitpunkt besaß die junge Republik bereits über 1500 lizensierte Funkamateure.


Amateurfunk - vom gestern zum heute...





Das aktuelle Logo des DARC

Nun ging es Schlag auf Schlag.
Im Jahre 1954 wurde über Amateurfunk ein lebenswichtiges Medikament für das Krankenhaus in Celle beschafft.


(siehe beiliegenden Pressebericht)

Die neuen Freiheiten und das Wirtschaftswunder führten zu einer Belebung des Amateurfunks in Deutschland. Neue Techniken wurden eingeführt, die Verbreitung der Halbleiter und insbesondere des Transistors lösten die Röhre ab. Mehrmals wurden die Gesetze für den Amateurfunk geändert. Nichts davon ist aber erwähnenswert genug für diese kurze Chronik, die ja auch einmal ein Ende haben muß.


Aber im OV Faßberg tut sich einiges.


Unser Bereich, der Distrikt Niedersachsen, ist einer der 24 Distrikte in der Bundesrepublik und umfaßt zur Zeit 65 Ortsverbände.
In unserem OV haben wir 33 Mitglieder, darunter auch 4 Frauen, die weiblichen Mitglieder sind alle Inhaber einer Amateurfunk-Sendelizenz, bei den männlichen sind noch 3 in Ausbildung, alle anderen sind lizensiert. Der OV führt regelmäßig Lehrgänge zur Erlangung der Amateurfunk Sende- und Empfangs- genehmigung durch, sie dauern, je nach Lizenzklasse, ein halbes bis eineinhalb Jahre.
An jedem letzten Freitag im Monat findet um 20:00 Uhr die OV-Versammlung im Gasthaus Taacke in Faßberg am Sportplatz statt.
Der OV verfügt über Geräte, Masten, Antennen und Notstromaggregat und ist jederzeit im Katastrophenfall in der Lage Hilfe zu leisten.
Alljährlich finden „Fieldday´s“ statt, ein von englischen Funkamateuren nach dem Krieg eingeführter Wettbewerb der Stromnetz unabhängig, 24 Stunden „gefahren“ wird.

Der große Reiz des Amateurfunks ist der Umgang mit, und der Bau von funktechnischen Geräten, sowie die Pflege der Funkkontakte durch die Kurzwelle, über Amateurfunk-Satelliten oder Relaisfunkstellen mit Freunden in der ganzen Welt.
Im Jahre 2000 blicken wir auf 50 Jahre Amateurfunk in Faßberg zurück, zu diesem Ereignis wurde am 9. September 2000 in Faßberg eine Geräteschau mit Vorführung der verschiedensten Betriebsarten angeboten, die Ausstellung fand in Nachbarschaft
des Tages der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Faßberg statt.




Ein modernes Amateurfunkgerät

erweiterte Festschrift zum 50. Jahrestag des Ortsvereines Faßberg H07.



Quellen: Chaoswelle.de, OV-Aufzeichnungen
28.02.10 18:11
 
 
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